JAHRESKONZERT 2017

 

 

Feuriger Tango, flotte Polka

 

Hürth -

Das Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel beeindruckte bei seinem Jahreskonzert in der Aula des Albert Schweitzer-Gymnasiums mit opulenter Klangpracht und einem anspruchsvollen Programm, durch das Moderatorin Sonja Standop führte. Für Abwechslung sorgte außerdem die Mitwirkung des Polizeichors Schwerin.

 

Die „Freeworld Fantasy“, die der Niederländer Jacob de Haan 1987 komponiert hat, war ein wirkungsvoller Auftakt, bei dem die Musiker unter der versierten Leitung von Pavel Schickmann bemerkenswerte musikalische Wandlungsfähigkeit bewiesen. Das ausladend dimensionierte, vielgestaltige Stück speist sich aus vielen musikalischen Einflüssen, die deutlich herausgestellt wurden.

 

In völlig andere musikalische Gefilde führte der feurige „Violentango“ von Astor Piazolla, den das Akkordeon-Orchester mit viel Stilgefühl zu Gehör brachte. Mit schwelgerischen Klängen wartet die „Tango Poesie“ des deutschen Komponisten und Dirigenten Josef Rixner auf, die den kleinen musikalischen Abstecher in die Musik Südamerikas beendete.

 

Den Polizeichor Schwerin haben die Akkordeonisten vor einigen Jahren bei einem Chortreffen auf Mallorca kennengelernt. 2015 hatte es bereits einen gemeinsamen Auftritt in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern gegeben; anläßlich des Jahreskonzertes statteten die Sängerinnen und Sänger mit ihrer Dirigentin Natalia Oleynik dem Orchester nun einen Gegenbesuch ab. Schwerpunkt ihres Repertoires sind Titel aus Opern und Operetten. Zu den Favoriten dürfte der mit Inbrunst vorgetragene Gefangenenchor aus „Nabucco“ gehören. Hier glänzte der Polizeichor durch Stimmfülle und ausgefeilte Artikulation.

 

Mit „Wiener Blut“ ging es im Walzertakt weiter. Für den schwungvollen Beitrag gab es von den Zuhörern viel Applaus. Ein Ohrwurm ist auch die „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“, die die Schweriner Sänger ebenfalls vortrugen.

 

Das Akkordeon-Orchester verstärkte die heitere Stimmung mit dem hübschen Stück „Der verrückte Wecker“. Die Musiker hatten sichtlich Freude an der Parodie auf eine nicht mehr ganz funktionsfähige Uhr, deren Ticken Schlagzeuger Tobias Temp anschaulich imitierte. Pure Lebensfreude spricht aus dem Potpourri „Brasilia“, dessen zündend-lebendige Samba-Klänge das Publikum sichtlich begeisterten. Der Polizeichor leitete die zweite Konzerthälfte mit dem Einzugsmarsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ ein und brannte anschließend ein „Feuerwerk der guten Laune“ ab. Ein flottes Tempo schlugen die Choristen bei der „Amboss-Polka“ an, und beim populären „Radetzky-Marsch“ waren sie vollends in ihrem Element.

 

Mit „La Montanara“ bedankten sie sich stimmungsvoll für die Gastfreundschaft der Akkordeonisten, die bei „Parlez-moi d’amour“ noch einmal zu Höchstform aufliefen. Ausgezeichnet fühlten sie sich in die unterschiedlichen Stimmungen des Werks mit seinen ständigen Tempo- und Lautstärkewechseln ein. Am Ende vereinten sich Akkordeon-Orchester und Polizeichor bei Johann Strauss’ schmissiger „Tritsch Tratsch Polka“ und dem bekannten „Trompeten-Echo“ von Slavko Avsenik.

 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 23.10.2017, Autorin/Foto:  Hanna Styrie

 

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